Chimichurri selbst machen ist kein Hexenwerk

Es gibt Saucen, die begleiten ein Gericht. Und dann gibt es Chimichurri – eine Sauce, die ein Gericht rettet, verändert und manchmal sogar zum heimlichen Star des ganzen Grillabends wird. Wenn ich Freunden zeige, wie schnell und einfach diese grüne, kräuterfrische Bombe entsteht, ernte ich jedes Mal ungläubige Blicke – und spätestens beim ersten Löffel auf dem Steak ist die Diskussion beendet: Chimichurri gehört auf jeden Grillteller.

Was ist Chimichurri eigentlich?
Chimichurri stammt aus Argentinien und Uruguay und ist dort so etwas wie das Ketchup zum Grillfleisch – nur eben um Welten aromatischer, frischer und komplexer. Die Sauce basiert auf fein gehackter Petersilie, Knoblauch, Olivenöl, Essig und Oregano und Chili. Es gibt unzählige Familienrezepte, jede Region und jede Asado-Familie schwört auf ihre eigene Variante – manche mit mehr Essig, manche schärfer, manche mit einem Hauch Röstpaprika. Ich zeige euch heute meine Version, die genau die richtige Balance aus Frische, Säure und Würze bringt und garantiert zu jedem gegrillten Fleisch passt – ob Steak, Flanksteak, Hähnchen oder sogar gegrilltem Gemüse.
Was Chimichurri so besonders macht: Sie wird nicht gekocht. Alle Aromen bleiben roh, frisch und lebendig – genau das macht den Unterschied zu einer klassischen Grillsauce aus.
Warum ihr Chimichurri unbedingt selber machen solltet
Fertige Chimichurri aus dem Glas schmeckt meist fad, zu sauer oder künstlich – das hat mit dem Original nichts zu tun. Selbstgemacht braucht ihr keine 10 Minuten, und der Unterschied ist Tag und Nacht. Frischer Knoblauch, gutes Olivenöl und frische Kräuter machen hier den entscheidenden Unterschied. Und das Beste: Ihr könnt die Sauce perfekt auf euren Geschmack anpassen – schärfer, säuerlicher, kräuteriger. Ich zeige euch die Basis, den Rest entscheidet ihr.
Chimichurri – die klassische argentinische Grillsauce
Frische, kräuterintensive Sauce aus Petersilie, Knoblauch und Olivenöl – das perfekte Match zu jedem gegrillten Fleisch.
- 40 g frische glatte Petersilie, fein gehackt
- 4 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 120 ml Olivenöl
- 40 ml Rotweinessig
- 1 TL getrockneter Oregano
- ½ TL Chiliflocken
- 1 TL Salz
- ½ TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
- 1 kleine rote Zwiebel, fein gewürfelt (optional)
- Kräuter und Knoblauch vorbereiten: Petersilie sehr fein hacken – je feiner, desto intensiver das Aroma. Knoblauch ebenfalls fein hacken oder pressen. Beides in eine Schüssel geben.
- Zwiebel hinzufügen: Falls verwendet, rote Zwiebel fein würfeln und zu den Kräutern geben. Das bringt eine milde Süße und zusätzlichen Biss.
- Würzen: Oregano, Chiliflocken, Salz und Pfeffer zu den gehackten Kräutern geben und gut vermengen.
- Flüssigkeit hinzufügen: Rotweinessig und Olivenöl langsam einrühren, bis eine homogene, leicht ölige Sauce entsteht.
- Ziehen lassen: Chimichurri mindestens 20 Minuten bei Zimmertemperatur ziehen lassen, damit sich die Aromen verbinden. Am besten schmeckt sie nach 1–2 Stunden.
- Abschmecken & Servieren: Vor dem Servieren nochmal abschmecken, bei Bedarf mit Salz, Essig oder Chili nachjustieren. Über warmes, gegrilltes Fleisch geben oder als Dip reichen.
Der ultimative Tipp für perfekte Chimichurri
Der größte Fehler, den ich anfangs gemacht habe: zu wenig Ruhezeit. Chimichurri braucht Zeit, damit sich Öl, Essig und Kräuter zu einem harmonischen Ganzen verbinden. Frisch gemixt schmeckt sie oft noch etwas „eckig“ – nach ein bis zwei Stunden im Kühlschrank entfaltet sie erst ihr volles Aroma.
Ein zweiter Punkt, den viele unterschätzen: die Schärfe der Kräuter. Petersilie sollte immer frisch sein, keinesfalls getrocknet – sonst verliert die Sauce ihre charakteristische, grasig-frische Note, die sie so besonders macht.
Wozu passt Chimichurri?
Chimichurri ist unglaublich vielseitig einsetzbar:
- Klassisch: über gegrilltem Rindfleisch wie Flanksteak, Entrecôte oder Rumpsteak
- Überraschend gut: zu gegrilltem Hähnchen oder Fisch
- Vegetarisch: als Dressing für gegrilltes Gemüse, Kartoffeln oder als Dip zu Brot
- Als Marinade: einen Teil der Sauce vor dem Grillen schon aufs Fleisch geben – für noch mehr Aroma
Probiert die Sauce unbedingt aus, sobald ihr das nächste Mal den Grill anheizt – ich verspreche euch, sie wird schnell zum festen Bestandteil eures Grillrepertoires. Und wenn ihr eine eigene Variante ausprobiert, schreibt mir gerne, wie sie geworden ist!

