Secreto grillen: Das geheime Filet vom Schwein perfekt zubereitet

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Secreto grillen: Das geheime Filet vom Schwein perfekt zubereitet

Es gibt Cuts, die jeder kennt, und es gibt Cuts, die selbst erfahrene Grillfans erst einmal ihrem Metzger erklären müssen. Das Secreto gehört eindeutig zur zweiten Kategorie, und das, obwohl es zu den aromatischsten und saftigsten Stücken gehört, die das Schwein zu bieten hat. Wer einmal Secreto grillen probiert hat, fragt sich meist sofort, warum dieser Cut hierzulande immer noch so wenig bekannt ist. Zeit, das zu ändern.

Secreto grillen
Secreto grillen

Woher kommt das Secreto?

Seinen Ursprung hat das Secreto in Spanien, genauer gesagt beim Ibérico-Schwein, das auf der Iberischen Halbinsel beheimatet ist. Diese robuste, teils halbwild lebende Schweinerasse wird traditionell in der Dehesa gehalten, einer weitläufigen Kulturlandschaft mit Kork- und Steineichen in Regionen wie Andalusien und der Extremadura. Besonders wertvoll wird das Fleisch durch die sogenannte Montanera, die herbstliche Mastphase zwischen Oktober und Januar, in der sich die Tiere überwiegend von herabgefallenen Eicheln ernähren. Genau diese Eichelmast sorgt später für den charakteristischen, leicht nussig-buttrigen Geschmack, für den Ibérico-Fleisch berühmt ist. Mittlerweile wird das Secreto aber auch von anderen Rassen wie dem Duroc-Schwein sowie von einigen deutschen Höfen mit besonders sorgfältiger Aufzucht angeboten.

Seinen Namen verdankt der Cut übrigens einer echten Besonderheit beim Zerlegen. Das Secreto sitzt versteckt zwischen Rücken und Rückenspeck, im Übergang zum Schweinebauch. Schneidet man quer zur Faser, ist der fächerförmige Muskel kaum zu erkennen und wirkt eher wie ein Stück Fettgewebe. Erst wer längs schneidet, entdeckt das zarte Fleisch darunter, daher der Name „Secreto“, spanisch für Geheimnis.

Welche Vorteile bietet dieser Cut?

Das Besondere am Secreto ist seine intensive, feine Marmorierung. Zahlreiche dünne Fettäderchen durchziehen den Muskel und schmelzen beim Grillen langsam, wodurch das Fleisch von innen heraus saftig bleibt, ganz ohne aufwendige Marinade oder stundenlanges Garen. Da es sich zudem um einen relativ dünnen, flachen Cut handelt, ist die Zubereitung erfreulich unkompliziert und vor allem schnell, ideal also auch für spontane Grillabende unter der Woche. Geschmacklich punktet das Secreto mit einer angenehm groben, leicht faserigen Struktur und einem intensiven Eigengeschmack, der kaum zusätzliche Würze benötigt. Wer ohnehin schon Fans von Cuts wie Cote de Boeuf oder Lammkotelett ist, wird auch am Secreto seine helle Freude haben.

So gelingt das Secreto grillen, egal ob Gas- oder Holzkohlegrill

Vorbereitung

Nimm das Secreto rechtzeitig aus dem Kühlschrank, idealerweise etwa eine Stunde vor dem Grillen, damit es Raumtemperatur annehmen kann. Wird kaltes Fleisch direkt auf den heißen Rost gelegt, gart es ungleichmäßiger und kann schneller zäh werden. Falls dein Secreto noch gefroren ist, wirf vorher unbedingt einen Blick in unseren Artikel zum richtigen Auftauen von gefrorenem Fleisch, damit die Saftigkeit erhalten bleibt. Tupfe das Fleisch vor dem Grillen trocken und würze es einfach mit grobem Salz, mehr braucht es für diesen Cut in der Regel nicht.

Scharf angrillen

Heize deinen Grill für die direkte Hitze richtig gut vor, viele erfahrene Griller schwören hier auf Temperaturen zwischen 180 und teils sogar über 250 Grad, je nachdem, welches Gerät zum Einsatz kommt. Lege das Secreto auf die direkte Hitze und grille es von beiden Seiten etwa 2 bis 4 Minuten scharf an, bis sich eine schöne, aromatische Kruste bildet. Diese Röstaromen entstehen durch die sogenannte Maillard-Reaktion, mehr dazu erfährst du auch in unserem Artikel zur Maillard-Reaktion beim Grillen.

Indirekt fertig ziehen

Ist die Kruste da, wandert das Secreto in den indirekten Bereich deines Grills, um schonend auf die gewünschte Kerntemperatur zu ziehen. Die meisten Kenner empfehlen einen Zielwert zwischen 54 und 58 Grad, bei dieser Temperatur bleibt das Fleisch innen zart und leicht rosa, ohne trocken zu werden. Ein zuverlässiges Grillthermometer ist hier Gold wert, damit du die Kerntemperatur nicht nur schätzen musst. Auf meinem Bild habe ich das Secreto zum ziehen noch mit einer Maße aus Sauerrahm, Zwiebeln und Käse abgedeckt, welches dann richtig Geschmack brachte.

Ruhen lassen und aufschneiden

Nimm das Secreto vom Grill und lass es kurz ruhen, damit sich die Fleischsäfte gleichmäßig verteilen können. Beim Aufschneiden ist eine Sache besonders wichtig: Schneide das Fleisch immer quer zur Faser, das sorgt für den entscheidenden Unterschied zwischen einem zarten Biss und einem zähen Erlebnis.

Wie serviert man Secreto am besten?

Das Secreto ist geschmacklich so intensiv, dass es kaum Beilagen oder aufwendige Saucen braucht. Ein klassisches Chimichurri, etwas grobes Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer reichen meist völlig aus, um den Eigengeschmack optimal zur Geltung zu bringen. Wer es etwas deftiger mag, kombiniert das Secreto mit gegrilltem Gemüse oder klassisch spanischen Beilagen wie Kartoffeln und geröstetem Knoblauch.

Das Secreto ist der perfekte Beweis dafür, dass die interessantesten Cuts eines Tieres nicht immer die bekanntesten sind. Zwischen Rücken und Speck versteckt, dafür aber vollgepackt mit Marmorierung und Geschmack, verdient dieses Stück deutlich mehr Aufmerksamkeit auf deutschen Grillrosten. Wer einmal die Kombination aus knuspriger Kruste, saftigem Inneren und nussig-buttrigem Aroma probiert hat, wird verstehen, warum spanische Köche dieses Geheimnis am liebsten für sich behalten hätten.

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