Vassilakis Olivenöl auf Kreta: Mein Besuch in der Ölmühle mit Führung und Verkostung
Manchmal sind es gerade die zufälligen Entdeckungen im Urlaub, die besonders lange in Erinnerung bleiben. So ging es mir Anfang Oktober 2026 auf Kreta. Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, eine Olivenölmühle zu besuchen. Bei der Suche auf Google Maps entdeckte ich jedoch die Vassilakis Estate Olivenölmühle im Nordosten der Insel. Besonders interessant fand ich, dass dort kostenlose Führungen durch die Produktionsanlage mit anschließender Olivenölverkostung angeboten werden.

Als begeisterter Griller und jemand, der gerne mit hochwertigen Lebensmitteln arbeitet, war mein Interesse natürlich sofort geweckt. Schließlich gehört Olivenöl für mich zu den wichtigsten Zutaten der mediterranen Küche. Ob für Marinaden, Grillgemüse, Fisch oder zum Verfeinern eines frisch gegrillten Steaks: Ein gutes Olivenöl kann geschmacklich einen großen Unterschied machen.
Aber wie entsteht eigentlich hochwertiges Olivenöl? Warum schmeckt ein Öl mild und fruchtig, während ein anderes eine deutliche Bitternote besitzt und im Hals angenehm pfeffrig wird? Und woran erkennt man überhaupt gutes Olivenöl?
Genau diesen Fragen wollte ich bei Vassilakis auf den Grund gehen.
Was ursprünglich nur als kleiner Zwischenstopp während unseres Kreta-Urlaubs gedacht war, entwickelte sich zu einem interessanten Einblick in die Herstellung eines Lebensmittels, das wir in unserer Küche beinahe täglich verwenden.
Vassilakis Estate: Eine Familiengeschichte, die 1865 begann
Die Geschichte von Vassilakis Estate reicht bis ins Jahr 1865 zurück. Damals errichtete Manolis Vassilakis, auch Vassilomanolis genannt, eine der ersten steinernen Olivenmühlen der Region.
Was damals mit einer traditionellen, von Hand betriebenen Olivenpresse begann, hat sich über mehrere Generationen zu einem modernen Familienunternehmen entwickelt. Heute wird der Betrieb in vierter Generation geführt, während die fünfte Generation bereits mit der Familientradition vertraut gemacht wird.
Das Unternehmen liegt im Mirambello-Tal im Nordosten Kretas, in der Nähe von Neapoli. Die Region ist durch ihre besondere Landschaft geprägt. Berge, Täler und die Nähe zum Meer schaffen unterschiedliche Bedingungen für den Olivenanbau.
Und genau diese Unterschiede spielen für den Geschmack des Olivenöls eine wichtige Rolle.
Vassilakis verarbeitet sowohl Oliven aus eigenen Familienhainen als auch Früchte regionaler Olivenbauern. Neben der eigentlichen Produktion legt das Unternehmen Wert darauf, Besuchern die Geschichte und Herstellung des kretischen Olivenöls näherzubringen.
Die historische Ölmühle wurde erhalten und dient heute als Museum. Direkt daneben lässt sich erleben, wie sich die Produktion im Laufe der vergangenen 160 Jahre verändert hat.
Diese Verbindung aus Tradition und moderner Technik machte den Besuch für mich besonders interessant.
Eine kostenlose Führung durch die Olivenölproduktion
Für unseren Besuch hatten wir uns für die kostenlose Führung mit anschließender Verkostung entschieden. Die Tour dauerte ungefähr 45 Minuten und wurde von Maria durchgeführt, einer ausgesprochen freundlichen und kompetenten Mitarbeiterin.
Besonders angenehm war, dass Maria die gesamte Führung auf Deutsch erklärte. Dadurch konnte ich den Ausführungen zur Geschichte des Unternehmens und den einzelnen Produktionsschritten problemlos folgen.
Gerade bei einem Thema wie der Olivenölherstellung, bei dem es auf viele kleine Details ankommt, ist das ein großer Vorteil.
Die Führung umfasste sowohl die historische Produktionsanlage als auch die moderne Ölmühle. So bekamen wir einen guten Eindruck davon, wie aufwendig die Gewinnung von Olivenöl früher war und wie viel sich technisch inzwischen verändert hat.
Anschließend konnten wir die verschiedenen Olivenöle der Familie Vassilakis probieren.
Dass ein solches Angebot kostenlos ist, finde ich bemerkenswert. Denn es handelt sich nicht einfach um einen kurzen Rundgang durch einen Verkaufsraum. Man bekommt tatsächlich interessante Informationen zur Geschichte, Herstellung und geschmacklichen Vielfalt des Olivenöls vermittelt.
Die historische Olivenpresse: So wurde früher Olivenöl hergestellt
Unser Rundgang führte uns zunächst in die Vergangenheit der Olivenölproduktion.

Die historische Produktionsanlage stammt aus dem Jahr 1865 und zeigt, mit welchen technischen Mitteln die Menschen damals gearbeitet haben.
Früher wurden die geernteten Oliven zunächst mithilfe schwerer Steinmühlen zerkleinert. Dabei entstand eine Paste aus Fruchtfleisch, Schalen, Kernen und dem enthaltenen Öl.
Diese Olivenmasse wurde anschließend auf spezielle Pressmatten verteilt, die übereinandergestapelt wurden. Durch mechanischen Druck presste man die Flüssigkeit aus der Masse heraus.
Das Ergebnis war zunächst noch kein fertiges Olivenöl, sondern eine Mischung aus Öl, Wasser und weiteren Bestandteilen. Da Öl eine geringere Dichte als Wasser besitzt, konnte es sich bei der anschließenden Trennung an der Oberfläche sammeln.
Der gesamte Prozess war körperlich anstrengend, zeitaufwendig und erforderte viel Erfahrung.
Vor allem musste man darauf achten, dass die Oliven möglichst frisch verarbeitet wurden. Beschädigte oder lange gelagerte Früchte konnten die Qualität des fertigen Öls erheblich beeinträchtigen.
Beim Betrachten der historischen Anlage wird deutlich, wie viel Arbeit früher in einer Flasche Olivenöl steckte.
Heute greifen moderne Produktionsbetriebe zwar auf ganz andere technische Möglichkeiten zurück, das grundlegende Ziel ist jedoch gleich geblieben: Das Öl möglichst schonend aus den Oliven gewinnen und dabei die natürlichen Aromen erhalten.
Von der traditionellen Presse zur modernen Olivenölproduktion
Nach der historischen Anlage ging es weiter zur modernen Produktionsstätte.
Hier zeigt sich, wie sehr sich die Olivenölherstellung im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Wo früher schwere Steinmühlen und mechanische Pressen zum Einsatz kamen, übernehmen heute moderne Maschinen die Verarbeitung.
Trotzdem entscheidet nicht allein die Technik darüber, wie gut ein Olivenöl am Ende schmeckt.
Mindestens genauso wichtig sind die Qualität der Oliven, der richtige Erntezeitpunkt und die sorgfältige Verarbeitung.
1. Die Ernte der Oliven
Am Anfang steht natürlich die Olive selbst.
Der optimale Erntezeitpunkt hängt davon ab, welches Geschmacksprofil der Produzent erreichen möchte.
Früh geerntete Oliven sind häufig noch grün und enthalten vergleichsweise wenig Öl. Dafür können sie besonders intensive Aromen und höhere Konzentrationen bestimmter Pflanzenstoffe liefern.
Bei später geernteten Oliven steigt häufig die Ölausbeute, während sich das Aromaprofil verändert. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein später geerntetes Öl schlechter sein muss.
Entscheidend ist vielmehr, welches Ergebnis der Hersteller erzielen möchte.
Bei Vassilakis spielt die Koroneiki-Olive eine wichtige Rolle. Diese griechische Olivensorte ist für ihre aromatischen Öle bekannt und wird auf Kreta besonders häufig angebaut.
2. Reinigung und Zerkleinerung
Nach der Ernte werden die Oliven möglichst schnell zur Ölmühle gebracht.
Dort entfernt man zunächst Blätter, kleine Zweige und andere Fremdkörper. Anschließend werden die Früchte gewaschen und zerkleinert.
Dabei entsteht eine gleichmäßige Olivenpaste, die das Fruchtfleisch, die Schalen und die zerkleinerten Kerne enthält.
Bereits in dieser Phase ist eine sorgfältige Verarbeitung wichtig. Denn der Kontakt mit Sauerstoff, eine ungünstige Temperaturführung und zu lange Verarbeitungszeiten können die Qualität beeinträchtigen.
3. Das Kneten der Olivenpaste
Im nächsten Schritt wird die Olivenpaste langsam durchmischt. Dieser Vorgang wird als Malaxation bezeichnet.

Dabei verbinden sich kleine Öltröpfchen zu größeren Tropfen, die sich anschließend leichter von den übrigen Bestandteilen trennen lassen.
Die Dauer und Temperatur dieses Vorgangs beeinflussen sowohl die Ausbeute als auch die Qualität des fertigen Olivenöls.
Für die Kennzeichnung als kalt extrahiertes Olivenöl gelten in der EU bestimmte Voraussetzungen. Bei nativen Olivenölen bedeutet „Kaltextraktion“, dass die Gewinnung durch Perkolation oder Zentrifugation bei Temperaturen unter 27 Grad Celsius erfolgt.
4. Die Trennung des Olivenöls
Während bei der historischen Herstellung mechanische Pressen eingesetzt wurden, arbeiten moderne Ölmühlen überwiegend mit Zentrifugen.

Durch die schnelle Rotation lassen sich Öl, Wasser und feste Bestandteile aufgrund ihrer unterschiedlichen Dichten voneinander trennen.
Dieses Verfahren ermöglicht eine kontinuierliche und kontrollierte Verarbeitung.
Anschließend wird das gewonnene Olivenöl je nach Produktionsverfahren weiter geklärt oder gefiltert.
5. Lagerung und Abfüllung

Auch nach der eigentlichen Herstellung ist Sorgfalt gefragt.
Hochwertiges Olivenöl sollte möglichst vor Sauerstoff, Licht und Wärme geschützt werden. Professionelle Hersteller verwenden dafür geeignete Lagertanks, häufig aus Edelstahl.
Eine kontrollierte Lagerung trägt dazu bei, die Qualität und die empfindlichen Aromen möglichst lange zu erhalten.
Erst danach wird das fertige Öl abgefüllt.
Warum schmeckt Olivenöl unterschiedlich?
Einer der interessantesten Teile unseres Besuchs war für mich die anschließende Verkostung.
Wir konnten alle bei der Führung vorgestellten Eigenmarken der Familie Vassilakis probieren. Maria erklärte uns dabei nicht nur die geschmacklichen Eigenschaften, sondern auch, warum sich die einzelnen Olivenöle voneinander unterscheiden.
Besonders spannend fand ich den Zusammenhang zwischen dem Standort der Olivenbäume und dem späteren Geschmack.
Denn Olivenöl ist keineswegs ein Produkt, das immer gleich schmeckt.
Ganz im Gegenteil.
Ähnlich wie beim Wein spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die Olivensorte, die Bodenbeschaffenheit, das Klima, die Höhenlage, die Nähe zum Meer und natürlich der Erntezeitpunkt.
Auch die Verarbeitung beeinflusst das spätere Ergebnis.
Selbst wenn zwei Olivenöle aus derselben Olivensorte hergestellt werden, können sie sich geschmacklich deutlich unterscheiden.
Fruchtig, bitter und scharf: Die wichtigsten Eigenschaften eines guten Olivenöls
Bei einer professionellen Olivenölverkostung werden vor allem drei positive Eigenschaften beurteilt.
Fruchtigkeit: Sie beschreibt die Geruchs- und Geschmackseindrücke, die an frische Oliven und andere pflanzliche Aromen erinnern. Je nach Öl können beispielsweise Noten von frisch geschnittenem Gras, grünen Tomaten, Kräutern oder Mandeln wahrnehmbar sein.
Bitterkeit: Ein bitterer Geschmack ist bei hochwertigem Olivenöl keineswegs automatisch ein Fehler. Gerade Öle aus früh geernteten, grünen Oliven können eine ausgeprägte Bitterkeit besitzen.
Schärfe: Das pfeffrige Gefühl im Hals ist ebenfalls eine typische Eigenschaft vieler hochwertiger nativer Olivenöle. Verantwortlich dafür sind unter anderem bestimmte phenolische Verbindungen.
Wer bisher hauptsächlich sehr milde Olivenöle verwendet hat, ist bei einer Verkostung möglicherweise überrascht.
Denn ein intensives Olivenöl kann durchaus eine deutliche Bitterkeit und Schärfe besitzen.
Das ist nicht grundsätzlich ein Zeichen schlechter Qualität, sondern kann zu einem charaktervollen und hochwertigen Öl gehören.
Allerdings gilt auch: Nicht jedes gute Olivenöl muss besonders bitter oder scharf sein. Entscheidend ist ein harmonisches Aromaprofil ohne sensorische Fehler.
Die verschiedenen Olivenöle von Vassilakis Estate
Vassilakis bietet mehrere Olivenöle mit unterschiedlichen Geschmacksprofilen an.
Die Unterschiede hängen unter anderem mit der Herkunft der Oliven, den Erntezeitpunkten und der Auswahl der beteiligten Olivenbauern zusammen.
Charisma: Der vielseitige Allrounder
Charisma gehört zu den bekannten Olivenölen des Herstellers.
Es wird aus Koroneiki-Oliven hergestellt, die von zahlreichen Olivenbauern aus der Region rund um das Mirambello-Tal stammen.
Der Hersteller beschreibt das Öl als fruchtig und ausgewogen, mit mittlerer Schärfe und einer angenehmen leichten Bitterkeit.
Damit eignet es sich besonders für den vielseitigen Einsatz in der Küche.
Ob Salate, Gemüse, Fleischgerichte oder zum Kochen: Ein ausgewogenes Olivenöl wie Charisma ist ein guter Begleiter für die mediterrane Alltagsküche.
V Organic: Bio-Olivenöl mit zurückhaltender Aromatik
Das V Organic ist ein zertifiziertes Bio-Olivenöl aus Koroneiki-Oliven.
Die Früchte stammen von ausgewählten Bio-Olivenbauern aus der Region rund um die Mirambello-Bucht.
Geschmacklich beschreibt Vassilakis dieses Öl als eher mild-fruchtig, mit einer leichten Schärfe und einer dezenten Bitternote.
Solche Öle können besonders interessant sein, wenn man ein Gericht verfeinern möchte, ohne andere Zutaten geschmacklich zu überdecken.
Denkbar ist beispielsweise die Verwendung zu gegrilltem Fisch, Gemüse oder einem frischen Salat.
Vassilakis Estate: Mein persönlicher Favorit
Mein persönlicher Favorit der Verkostung war das Olivenöl Vassilakis Estate.

Dieses Premium-Olivenöl wird aus früh geernteten Koroneiki-Oliven hergestellt, die aus den eigenen Olivenhainen der Familie im Gebiet Agia Sophia stammen.
Die Ernte erfolgt bereits zu Beginn der Saison, üblicherweise Anfang November.
Der Hersteller beschreibt das Öl als intensiv fruchtig und aromatisch, mit einer ausgeprägten, pfeffrigen Schärfe.
Gerade solche charaktervollen Öle finde ich für die mediterrane Küche besonders interessant.
Denn hier geht es nicht einfach nur darum, ein neutrales Fett zum Braten zu verwenden. Das Olivenöl ist eine eigenständige Zutat, die dem fertigen Gericht zusätzliche Aromen verleiht.
Bei der Verkostung hat mich das Vassilakis Estate unter den probierten Ölen am meisten überzeugt.
Deshalb habe ich mir direkt eine 500-ml-Flasche gekauft und mit nach Deutschland genommen.
Für mich ist das auch der große Vorteil einer solchen Verkostung. Man muss sich nicht auf Etiketten, Produktbeschreibungen oder Auszeichnungen verlassen, sondern kann selbst herausfinden, welches Olivenöl dem eigenen Geschmack am besten entspricht.
Was bedeutet eigentlich „nativ extra“?
Wer sich intensiver mit Olivenöl beschäftigt, stößt schnell auf verschiedene Qualitätsbezeichnungen.
Die höchste reguläre Güteklasse für Olivenöl ist „nativ extra“, international als „extra virgin“ bezeichnet.
Damit ein Olivenöl diese Bezeichnung tragen darf, muss es bestimmte chemische und sensorische Anforderungen erfüllen.
Unter anderem darf der Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, höchstens 0,8 Gramm pro 100 Gramm betragen.
Außerdem darf das Öl bei der vorgeschriebenen sensorischen Prüfung keine wahrnehmbaren Fehler aufweisen und muss eine positive Fruchtigkeit besitzen.
Wichtig ist dabei: Ein besonders niedriger Säuregehalt allein garantiert noch kein außergewöhnlich gutes Olivenöl.
Auch die sensorischen Eigenschaften, die Frische und die Lagerung spielen eine wesentliche Rolle.
Übrigens kann man den chemisch bestimmten Säuregehalt nicht einfach herausschmecken. Die Schärfe eines Olivenöls ist etwas völlig anderes als seine freie Fettsäure.
Ist kalt gepresstes Olivenöl automatisch besser?
Die Bezeichnung „kalt gepresst“ wird häufig mit besonders hochwertigem Olivenöl verbunden.
Tatsächlich ist eine schonende Verarbeitung wichtig, um die empfindlichen Aromen und Inhaltsstoffe möglichst gut zu erhalten.
Allerdings sollte man zwischen traditioneller Pressung und moderner Kaltextraktion unterscheiden.
Bei modernen Zentrifugenverfahren ist „kalt extrahiert“ der passendere Begriff.
Die Temperatur allein entscheidet zudem nicht über die Qualität. Auch ein kalt extrahiertes Öl kann schlecht sein, wenn beispielsweise beschädigte Oliven verarbeitet wurden oder die Lagerung nicht stimmt.
Wer gutes Olivenöl kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf einzelne Werbeaussagen achten, sondern auf Herkunft, Güteklasse, Ernteinformationen, Verpackung und natürlich den Geschmack.
Mehr als Olivenöl: Ein Besuch im Verkaufsraum
Nach der Führung und Verkostung hatten wir Gelegenheit, uns im Verkaufsraum umzusehen.

Dort gibt es neben den verschiedenen Olivenölen weitere kretische Spezialitäten zu entdecken. Das Angebot umfasst verschiedene Olivenprodukte und weitere regionale Lebensmittel.
Bei mir blieb es jedenfalls nicht bei der bereits erwähnten Flasche Olivenöl.
Zusätzlich wanderten eine Olivenmarmelade, eine Olivenpaste und ein Balsamicoessig mit Thymianhonig in meinen Einkauf.
Gerade die Olivenpaste fand ich interessant, weil ich mir sofort verschiedene Verwendungsmöglichkeiten beim Grillen vorstellen konnte.
Olivenpaste passt beispielsweise hervorragend zu geröstetem Brot, mediterranen Dips oder als aromatische Zutat für Fleischgerichte.
Und genau das wollte ich nach unserer Rückkehr auch ausprobieren.
Zurück am Grill: Was taugen die mitgebrachten Spezialitäten?
Für mich gehört zu einem solchen Besuch auch, die mitgebrachten Produkte später in der eigenen Küche auszuprobieren.
Schließlich wollte ich nicht nur wissen, wie das Olivenöl hergestellt wird und wie es pur schmeckt, sondern auch, wie ich es beim Grillen einsetzen kann.
Das Vassilakis Estate Olivenöl habe ich inzwischen zu Hause verwendet. Besonders interessant finde ich bei solchen hochwertigen Ölen die Möglichkeit, sie gezielt zum Verfeinern fertiger Gerichte einzusetzen.
Bei einem kräftigen Olivenöl mit eigenständigem Aroma wäre es aus meiner Sicht schade, wenn diese Eigenschaften in einer stark gewürzten Marinade vollständig untergehen würden.
Deshalb verwende ich aromatische Premium-Olivenöle gerne dort, wo ihr Geschmack tatsächlich zur Geltung kommen kann.
Zum Beispiel auf frisch gegrilltem Gemüse, über mediterranen Kartoffeln oder als abschließende Verfeinerung von Fleisch.
Meine Bifteki mit kretischer Olivenpaste
Eine besonders schöne Verwendung habe ich für die mitgebrachte Olivenpaste gefunden.
Ich habe sie mit Hackfleisch vermischt und daraus Bifteki zubereitet.
Bifteki gehören zu meinen liebsten griechischen Grillgerichten. Normalerweise werden sie mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen abgeschmeckt und häufig mit Feta gefüllt.
Die Olivenpaste bringt eine zusätzliche mediterrane Komponente ins Hackfleisch.
Gerade bei Hackfleischgerichten finde ich solche Zutaten interessant, weil sich ihre Aromen gleichmäßig in der gesamten Masse verteilen lassen.
Das ist eine einfache Möglichkeit, einem bekannten Grillgericht eine neue geschmackliche Richtung zu geben.
Wer das selbst ausprobieren möchte, sollte zunächst mit einer kleineren Menge Olivenpaste beginnen. Je nach Produkt kann sie recht intensiv und salzig sein.
Am besten wird die Hackfleischmasse deshalb erst nach Zugabe der Olivenpaste endgültig abgeschmeckt.
Auch beim Grillen ist etwas Aufmerksamkeit gefragt. Bifteki sollten vollständig durchgegart werden, ohne dabei unnötig auszutrocknen.
Mit etwas Tzatziki, einem griechischen Bauernsalat und frisch geröstetem Fladenbrot ergibt sich daraus ein wunderbares mediterranes Grillgericht.
Mein Tipp: Wenn Du bei Vassilakis eine Olivenpaste kaufst, probiere sie nicht nur als Brotaufstrich. Gerade zum Würzen von Hackfleisch, für mediterrane Burger oder als Bestandteil eines Dips kann sie eine interessante Zutat sein.
Welches Olivenöl eignet sich zum Grillen?
Eine Frage, die mir im Zusammenhang mit hochwertigem Olivenöl immer wieder begegnet, lautet: Kann man gutes Olivenöl überhaupt zum Grillen verwenden?
Die Antwort lautet grundsätzlich ja.
Olivenöl ist keineswegs ausschließlich für kalte Speisen geeignet. Es lässt sich auch zum Braten, Rösten und Grillen verwenden.
Entscheidend ist, wie hoch die Temperatur tatsächlich wird und wie lange das Öl dieser Hitze ausgesetzt ist.
Olivenöl für Marinaden
Für mediterrane Marinaden ist Olivenöl eine hervorragende Grundlage.
Es verbindet Kräuter, Gewürze und andere Zutaten und hilft dabei, diese gleichmäßig auf dem Grillgut zu verteilen.
Besonders gut harmoniert Olivenöl mit Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Oregano, Zitronenschale und schwarzem Pfeffer.
Eine einfache Marinade aus Olivenöl, Knoblauch, Oregano und etwas Zitronenschale passt beispielsweise hervorragend zu Hähnchen, Schweinefleisch oder Lamm.
Dabei muss es nicht unbedingt das teuerste Premium-Olivenöl sein.
Ein gutes, ausgewogenes natives Olivenöl extra ist für solche Anwendungen meistens vollkommen ausreichend.
Olivenöl für Grillgemüse
Bei Grillgemüse gehört Olivenöl für mich beinahe selbstverständlich dazu.
Zucchini, Auberginen, Paprika, Champignons und Tomaten profitieren von einer dünnen Schicht Olivenöl.
Es unterstützt die gleichmäßige Bräunung und sorgt zusammen mit Kräutern und Gewürzen für ein mediterranes Aroma.
Wichtig ist, das Gemüse nicht in Öl zu ertränken.
Eine dünne Schicht reicht meistens aus. Überschüssiges Öl kann bei direkter Hitze heruntertropfen und Flammen verursachen.
Hochwertiges Olivenöl zum Verfeinern
Hier sehe ich die größte Stärke eines intensiven Premium-Olivenöls wie dem Vassilakis Estate.
Wenn ich ein gutes Stück Fleisch grille, möchte ich in erster Linie den Eigengeschmack des Fleisches erhalten.
Ein paar Tropfen aromatisches Olivenöl können nach dem Grillen jedoch eine interessante zusätzliche Geschmacksnote liefern.
Das funktioniert beispielsweise bei einem Steak, gegrilltem Fisch oder mediterran gewürztem Hähnchen.
Auch auf geröstetem Brot mit etwas Meersalz lässt sich der Charakter eines hochwertigen Olivenöls hervorragend erleben.
Gerade weil ein solches Öl geschmacklich etwas Besonderes ist, würde ich es eher gezielt einsetzen, anstatt große Mengen davon bei sehr hoher Hitze zu verwenden.
Kann Olivenöl auf dem Grill verbrennen?
Natürlich kann auch Olivenöl bei zu hoher Temperatur rauchen und sich zersetzen.
Deshalb sollte man vermeiden, es unnötig stark zu erhitzen.
Besonders bei sehr heißem direktem Grillen ist Vorsicht angebracht. Tropft Öl in die Glut oder auf heiße Brennerabdeckungen, können Stichflammen entstehen.
Für das scharfe Angrillen eines Steaks ist es deshalb oft sinnvoller, nur sehr wenig Öl zu verwenden und ein hochwertiges, aromatisches Olivenöl erst nach dem Grillen hinzuzugeben.
So bleiben die charakteristischen Aromen besser erhalten.
Worauf sollte man beim Kauf von Olivenöl achten?
Nicht jeder hat die Möglichkeit, eine Olivenölmühle auf Kreta zu besuchen und die verschiedenen Produkte direkt vor Ort zu probieren.
Deshalb möchte ich noch ein paar Punkte nennen, auf die ich beim Kauf eines guten Olivenöls achten würde.
Herkunft und Olivensorte
Eine nachvollziehbare Herkunft ist ein guter Ausgangspunkt.
Wenn ein Hersteller angibt, aus welcher Region die Oliven stammen und welche Sorten verwendet werden, bekommt man bereits einen besseren Eindruck vom Produkt.
Bei Vassilakis ist beispielsweise interessant, dass die verschiedenen Öle aus unterschiedlichen Anbaugebieten und Erntezeitpunkten stammen.
Erntejahr und Frische
Olivenöl ist kein Wein, der durch jahrelange Lagerung automatisch besser wird.
Im Gegenteil: Die frischen Aromen bauen sich mit der Zeit ab.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf das Erntejahr, sofern es auf der Verpackung angegeben ist.
Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum liefert eine Orientierung, ersetzt aber nicht die Information über den tatsächlichen Erntezeitpunkt.
Die richtige Verpackung
Licht und Sauerstoff gehören zu den größten Feinden eines guten Olivenöls.
Dunkle Glasflaschen und geeignete Metallbehälter schützen das Öl besser vor Licht als transparente Flaschen.
Nach dem Öffnen sollte die Flasche gut verschlossen und möglichst kühl und dunkel aufbewahrt werden.
Der Platz direkt neben dem Herd ist deshalb nicht ideal.
Der Geschmack entscheidet
Am Ende sollte ein Olivenöl vor allem zum eigenen Geschmack und zum geplanten Einsatz passen.
Für einen milden Fisch kann ein zurückhaltendes Öl sinnvoll sein. Zu kräftigem Grillgemüse oder geröstetem Brot darf es dagegen gerne etwas intensiver sein.
Genau deshalb finde ich Verkostungen so wertvoll.
Man lernt, die geschmacklichen Unterschiede bewusster wahrzunehmen und entwickelt mit der Zeit ein besseres Gefühl dafür, welches Öl zu welchem Gericht passt.
Vassilakis Estate auf Kreta besuchen: Diese Informationen solltest Du kennen
Falls Du Deinen nächsten Urlaub auf Kreta planst und Dich für gutes Olivenöl interessierst, kann ich Dir einen Besuch bei Vassilakis Estate empfehlen.
Der Betrieb befindet sich in der Region Lasithi im Nordosten der Insel, in der Nähe von Neapoli.
Besonders interessant ist das Angebot einer kostenlosen Führung durch die historische und moderne Produktionsanlage.
Kostenlose Führung mit Verkostung
Die sogenannte „Friendly Olive Tour“ wird vom Hersteller kostenlos angeboten.
Sie dauert ungefähr 45 Minuten und umfasst einen Einblick in die historische Olivenpresse aus dem Jahr 1865 sowie die moderne Produktionsanlage.
Auch ein Besuch des Verkaufsraums mit der Möglichkeit, Olivenöle und andere regionale Produkte zu probieren, gehört zum Angebot.
Bei unserem Besuch Anfang Oktober 2026 wurde die Führung von Maria auf Deutsch durchgeführt.
Ob eine deutschsprachige Führung zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist, solltest Du am besten vorab erfragen.
Kostenpflichtige Olivenölverkostungen
Neben der kostenlosen Führung bietet Vassilakis auch ausführlichere, kostenpflichtige Verkostungen an.
Dazu gehören beispielsweise spezielle Olivenölverkostungen, bei denen die sensorische Beurteilung verschiedener Öle stärker im Mittelpunkt steht.
Außerdem gibt es Angebote, die Olivenöl und kretischen Wein miteinander verbinden.
Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, findet hier zusätzliche Möglichkeiten.
Für diese Angebote empfehle ich unbedingt eine vorherige Buchung.
Muss man nach der kostenlosen Führung etwas kaufen?
Nein. Die kostenlose Führung ist kein verpflichtender Einkaufstermin.
Natürlich besteht anschließend die Möglichkeit, verschiedene Produkte im Verkaufsraum zu erwerben.
Ich persönlich fand es schön, nach der Verkostung genau das Olivenöl kaufen zu können, das mir am besten geschmeckt hatte.
Außerdem sind die verschiedenen kretischen Spezialitäten interessante Mitbringsel aus dem Urlaub.
Wo kann man die Führung buchen?
Alle Informationen zu den angebotenen Führungen, Verkostungen und aktuellen Terminen findest Du auf der offiziellen Website:
Vassilakis Estate: Führungen und Verkostungen
Mein Fazit: Ein lohnender Besuch für Genießer und Hobbygriller
Wenn ich an unseren Kreta-Urlaub im Oktober 2026 zurückdenke, gehört der Besuch bei Vassilakis Estate definitiv zu den kulinarischen Erlebnissen, die mir besonders positiv in Erinnerung geblieben sind.
Dabei war es ursprünglich nur eine zufällige Entdeckung auf Google Maps.
Besonders gefallen hat mir die Kombination aus der historischen und der modernen Produktionsanlage. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie sich die Olivenölherstellung über viele Generationen entwickelt hat.
Ein großes Lob verdient auch Maria, die uns mit ihrer freundlichen Art und ihrem Fachwissen durch die Anlage geführt hat. Die Erklärungen auf Deutsch waren verständlich und informativ.
Die anschließende Verkostung war für mich der Höhepunkt des Besuchs.
Es ist wirklich interessant, verschiedene Olivenöle direkt miteinander zu vergleichen und zu erfahren, welchen Einfluss die Herkunft der Oliven auf den Geschmack haben kann.
Mein persönlicher Favorit war das Vassilakis Estate Olivenöl, von dem ich mir direkt eine halbe Literflasche mitgenommen habe.
Auch die weiteren Einkäufe haben sich für mich gelohnt. Besonders die Olivenpaste hat inzwischen ihren Weg auf meinen Grill gefunden, wo ich sie zum Würzen selbst gemachter Bifteki verwendet habe.
Genau solche Erlebnisse mag ich. Man entdeckt im Urlaub ein regionales Produkt, erfährt etwas über seine Herstellung und nimmt anschließend nicht nur eine Flasche Olivenöl, sondern auch neue Ideen für die eigene Küche mit nach Hause.
Würde ich die Führung bei Vassilakis Estate weiterempfehlen? Auf jeden Fall.
Wer im Nordosten Kretas unterwegs ist, sich für regionale Lebensmittel interessiert oder einfach einmal erleben möchte, wie hochwertiges Olivenöl hergestellt wird, sollte einen Besuch in Betracht ziehen.
Und vielleicht geht es Dir anschließend genauso wie mir: Du stehst zu Hause am Grill, öffnest eine Flasche kretisches Olivenöl und erinnerst Dich dabei an einen schönen Urlaubstag auf Kreta.
Viele Grüße
Ralf vom GrillMagazin

